Geschichten aus der Praxis # 2 - Muster treffen Muster
In der Feldenkrais-Arbeit spüren viele eine neue Freiheit. Aber was passiert damit, wenn das soziale Feld nicht mitwächst?
Wer darf laut sein? Wer hält sich lieber zurück? Wer bringt sich ein – und wann?
Gerade in einem Setting wie einem Surfcamp mit knapp 50 Menschen wird das besonders spürbar: So viel Lebendigkeit, Bewegung, Impulse – und gleichzeitig auch feine Gruppendynamiken, unausgesprochene Rollenverteilungen und Erwartungen. Da ist plötzlich wenig Raum, um das neue, feinere Spüren wirklich zu zeigen. Der Körper fühlt sich freier – aber traut man sich auch, diese Freiheit zwischen den Menschen zu leben?
Die wahrscheinlich größte Aufgabe in der Feldenkrais-Welt ist es, das auf dem Boden Gelernte mit ins Leben zu nehmen. Wie schwer es ist, sich anders zu verhalten als gewohnt, wenn man sich dann doch wieder an die ungeschriebenen Gesetze des eigenen sozialen Systems hält. Wie verhindern wir, dass Erkenntnisse aus dem Einzelsetting im Gruppenfilter wieder verloren gehen?
Wie können wir gemeinsames Lernen so gestalten, dass es nicht nur sicher, sondern auch mutig sein darf? Wie machst du das mit deinen Klient:innen? Wie „spielt“ dein privates Leben, dein*e Partner*in, Familie und Freunde „mit“, wenn du dich veränderst?