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IQWiG: Unabhängiges Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen


Studien liefern Hinweise auf Wirksamkeit der Methode FELDENKRAIS® bei bestimmten Krankheiten

von Uwe Jaschke (Vorsitzender FVD) 27.07.2022

Als vor zwei Jahren das IQWiG die Meldung veröffentlichte, dass es die Wirksamkeit von FELDENKRAIS® in Bezug auf Störungen der Beweglichkeit untersuchen will, begann auch eine Gruppe Expert*innen aus dem Verband an dem Thema zu arbeiten.
Mit der Hilfe von Dr. Thomas Hassa, Susanne Herzog, Roger Russell und später Jens Krug wurde als Reaktion auf den vorläufigen Bericht eine Stellungnahme im Namen des FVD verfasst.

Die erste Pressemitteillung des IQWiG nach dem Erscheinen des vorläufigen Berichtes war noch mit "Schlechte Datenlage zum Nutzen der Feldenkrais-Methode bei Störungen der Beweglichkeit" betitelt. Das Stellungnahmeverfahren hat hier nochmal etwas bewegt, sodass die Pressemitteilung inzwischen wie folgt lautet:

"Feldenkrais-Methode: Vorteile bei bestimmten Erkrankungen
Bei Parkinson und bei chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich könnte die Feldenkrais-Methode die Beweglichkeit und die Lebensqualität verbessern.
[...]"

Die Studien deuten aber darauf hin, dass FELDENKRAIS® bei bestimmten Erkrankungen Vorteile bietet. So zeigt sich in der Indikation Morbus Parkinson, dass FELDENKRAIS® gegenüber einem Bildungsprogramm in Form von Vorträgen die Beweglichkeit verbessern und die gesundheitsbezogene Lebensqualität erhöhen kann. Auch bei der Indikation chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich kann FELDENKRAIS® gegenüber einem Training mit Übungen für die Rumpfstabilität die Beweglichkeit fördern und die gesundheitsbezogene Lebensqualität steigern.
Gegenüber der Teilnahme an einer Rückenschule zeigt sich in einer Studie, dass FELDENKRAIS® die Schmerzen im unteren Rückenbereich besser lindert. [...]" (https://www.iqwig.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailseite_73413.html)
Das IQWiG liefert mit seinem Bericht in gewisser Weise unsere Premiere in der wissenschaftlich-medizinischen Welt. Und bei dieser Premiere sind wir nicht gänzlich durchgefallen! Wir haben mit viel Engagement das beste Ergebnis erreicht, was derzeit mit den vorhandenen Studien machbar ist.

Was bedeutet das nun für Dich als FELDENKRAIS® Lehrer*in?
Du kannst zum Beispiel darauf verweisen, dass Studien Hinweise auf eine Wirkung von FELDENKRAIS® bei Schmerzen im unteren Rücken und Morbus Parkinson bieten, wenn Klient*innen mit Fragen dazu auf dich zu kommen.

Für den FVD als Berufsverband bedeutet das allerdings, dass wir mehr Gehör bei Stellen, die sich mit der Finanzierung von Gesundheitsleistungen beschäftigen, finden werden. Auch wissen wir nun deutlicher, woran wir weiter arbeiten müssen, denn der Report des IQWiG liefert auch viele Hinweise darauf, was wir z.B. bei Studien beachten müssen. Der Report des IQWiG setzt somit eine Grundlage für eine Berufspolitik und damit auch für eine Perspektive, in der mehr und mehr FELDENKRAIS® Lehrende von ihrer Arbeit mit der Methode FELDENKRAIS® leben können.


Stellungnahme zum vorläufigen HTA-Bericht des IQWiG veröffentlicht (Stand: 24.02.2022)

Der FVD Feldenkrais-Verband Deutschland e.V. hat mit einer ausführlichen Stellungnahme auf den vorläufigen HTA des IQWiG zu Thema „Störungen der Beweglichkeit: Hilft die Feldenkrais-Methode?“ reagiert und dabei einerseits fachlich die qualitativ hochwertige Arbeit des IQWiG gewürdigt, andererseits strittige oder unklare Punkte klar benannt und den Blick von der Therapie immer wieder auch hin zum Lernen durch Bewegung gelenkt.

Wir konnten noch einmal die Studienlage präzisieren und danken dafür besonders  Dr. Thomas Hassa für das Durcharbeiten der verfügbaren Literatur sowie Nicolai Zollinger vom SFV und den Mitgliedern der IFF Research Working Group für die Zuarbeit. Es war wunderbar zu erleben, dass wir auch international inzwischen gut aufgestellt sind und auf ein Netzwerk erfahrener FELDENKRAIS® Lehrender mit wissenschaftlichem Hintergrund zugreifen können. Für die Vermittlung von Kontakten zu Forscher*innen auch anderer Disziplinen und den aus dem Austausch entstehenden Erkenntnisgewinn danken wir Roger Russell.

Immer wieder klangen im Bericht des IQWiG auch Perspektiven durch, die nicht mit der Erfahrung aus der Mitgliedschaft in Einklang zu bringen waren. Hier legten wir den Fokus auf die Vermittlung eines Verständnisses der unserer Arbeit inhärenten weiterführenden gesellschaftlichen und berufspraktischen Perspektive.

Für die humanwissenschaftlichen Beiträge besonders zu den ethischen, sozialen und organisatorischen Abschnitten gilt der Dank besonders Dr. Susanne Herzog und Jens Krug, die mit Fachwissen und Erfahrung wichtige Beiträge zu diversen qualitativen und gesundheitsökonomischen Aussagen des HTA beigetragen haben.

Für die rechtlichen Kapitel und eine rechtliche Prüfung der Stellungnahme wurde eine externe Anwaltskanzlei beauftragt, welche innerhalb eines sehr begrenzten Zeitfensters weitere wichtige Beiträge lieferte.

Dankenswerterweise übernahm Cornelia Berens gewohnt professionell das finale Lektorat. Weiterlesen... nach dem Login

Der ausführliche IQWiG-Bericht kann HIER nachgelesen werden. 

FVD Mitglieder können zu diesem Thema auch im FVD Newsletter Februar (1) 2022 nachlesen.

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