Geschichten aus der Praxis # 1 - Ich will kein Problem haben - und schon gar kein Problem sein
Die Arbeit mit einem Klienten mit Morbus Bechterew hat mich sehr berührt. Für ihn war klar: Beugen = Krankheit.
Krumm zu sein, war für ihn der Inbegriff von „kaputt“. Verständlich. Und gleichzeitig tragisch.
Denn wenn sich der Körper beugt, aber im Kopf die Überzeugung sitzt, dass genau das falsch ist – was macht das mit dem Selbstbild?
Vielleicht entsteht unbewusst das Gefühl: Ich sollte gar nicht so sein. Ich sollte vielleicht gar nicht da sein. Weil dieses Beugen sollte garnicht da sein.
Umso bewegender war der Moment, als er spürte: Da ist Spielraum.
Nicht nur zum Strecken, sondern auch zum Beugen – freiwillig, bewusst, weich. Und dass auch diese Bewegung ihren Platz hat.
Manchmal sind es weniger die Symptome als die Bedeutungen, die wir ihnen geben, die uns festhalten.