Ethische Richtlinien des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V.

(Stand: 17.03.2018)

Als ein wichtiges Professionalisierungsmerkmal ihrer Mitglieder hat die Mitgliederversammlung des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. im März 2001 Ethische Richtlinien beschlossen. Darüber hinaus geben diese Richtlinien sowohl den FELDENKRAIS® Practitionern als auch ihren SchülerInnen konkrete Auskünfte über Rechte und Pflichten im Verhältnis zueinander. Insgesamt verweisen sie auf den hohen gesellschaftlichen Anspruch der Methode und derer, die sie praktizieren.

1. Die Feldenkrais-Methode

Die Feldenkrais-Methode ist ein spezielles Verfahren zur Gestaltung von Lernprozessen. SchülerInnen werden darin unterrichtet, Bewegungsabläufe achtsam wahrzunehmen. Veränderungen und Entwicklungen können über Sinneseindrücke gespürt und denkend mitverfolgt werden. So werden Lernprozesse unmittelbar erfahrbar. Indem das eigene Tun bewusst wird, entsteht neue Beweglichkeit in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht. Die Feldenkrais-Methode ist geeignet für Menschen jeden Alters und Gesundheitszustandes.

Die Feldenkrais-Methode ist eine Lernmethode, kein medizinisches Heilverfahren und keine Therapie.


2. Der Personenkreis

Der Feldenkrais-Verband Deutschland e.V. ist die Vereinigung der FELDENKRAIS® Practitioner in Deutschland.  Er fördert, schützt und verbreitet die Feldenkrais-Methode und beteiligt sich am internationalen Prozess der Etablierung und Einhaltung von Richtlinien zur Aus- und Weiterbildung.  Er ist Mitglied im Internationalen Feldenkrais-Dachverband (International Feldenkrais Federation).

Mitglied des Feldenkrais-Verbandes können FELDENKRAIS® Practitioner werden, die ein entsprechend der Satzung des Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. anerkanntes Training abgeschlossen haben (Vollmitglieder) oder sich in einer solchen Ausbildung befinden (Studentische Mitglieder).

Die Ethischen Richtlinien des Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. sind für alle Mitglieder verbindlich. Der Verband achtet auf die Einhaltung der Richtlinien.

Mitglieder, die eine anerkannte Ausbildung abgeschlossen haben, dürfen das internationale Feldenkrais-Logo sowie folgenden rechtlich geschützten Begriff benutzen:
* FELDENKRAIS®

Alle praktizierenden Mitglieder sollen die Qualität ihrer Arbeit ständig durch Fortbildung, Supervision und/oder kollegialen Austausch verbessern und weiterentwickeln. Bei entsprechend umfassender Fortbildung und Berufsausübung können sie beim Feldenkrais-Verband die Lizenzierung als zusätzliches Gütesiegel beantragen.

3. Die Funktionen der Richtlinien

Die vorliegenden Ethischen Richtlinien vermitteln Grundeinstellungen, an denen sich das berufliche Verhalten der Verbands-Mitglieder orientieren soll. Sie sind in Konfliktsituationen verbindlich.

Sie regeln das Verhältnis zwischen

  1.  FELDENKRAIS® Practitioner und SchülerIn
  2. FELDENKRAIS® Practitioner und KollegInnen
  3. FELDENKRAIS® Practitioner und Verband
  4. FELDENKRAIS® Practitioner und Öffentlichkeit
  5. FELDENKRAIS® Practitioner und anderen Fachleuten
  6. FELDENKRAIS® Ausbildern und Auszubildenden

Sie dienen zum Schutz der oben Genannten vor unethischem Verhalten von Verbands-Mitgliedern in der Ausübung und Darstellung der Feldenkrais-Methode.

Sie setzen hohe interne Standards und gewährleisten einen ebensolchen Umgang mit Konflikten.

Die Ethischen Richtlinien müssen von allen Mitgliedern des Feldenkrais-Verbands per Unterschrift anerkannt werden. Damit sind sie ein Qualitätsmerkmal aller FELDENKRAIS® Practitioner, die im Feldenkrais-Verband organisiert sind.

Die Ethischen Richtlinien werden regelmäßig überarbeitet. Im Zweifelsfall sind die entsprechenden gesetzlichen Regelungen maßgebend.

4. Präventionsbeauftragte/r

Der FVD Feldenkrais-Verband benennt ab 2017 eine/n Präventionsbeauftragte/n. Diese/r ist AnsprechpartnerIn für alle Mitglieder in allen Fragen zu Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt. Er/Sie unterliegt der Schweigepflicht und ist entsprechend zu diesen Themen geschult und qualifiziert. Er/Sie dokumentiert gemeldete Vorfälle und begleitet und unterstützt den jeweiligen Prozess entsprechend den Wünschen des/der Betroffenen. Er/Sie kann bei Bedarf die Ethikkommission hinzu ziehen und informieren. Er/Sie unterstützt den Verband auch in der Sensibilisierung und Präventionsschulung.

5. Die Gestaltung der beruflichen Beziehung

Alle beruflichen Beziehungen von FELDENKRAIS® Practitionern sollen von Achtung, Respekt, Toleranz und der Wahrung der menschlichen Würde geprägt sein. Sie diskriminieren keine Person wegen ihres Geschlechts, ihrer Rasse, Nationalität, sozialen Stellung, ihres Alters oder Gesundheitszustandes, ihrer sexuellen Ausrichtung, religiösen oder ideologischen Überzeugung. Sie beziehen gegen diskriminierendes, gewalttätiges oder sexistisches Verhalten aktiv Stellung und wenden sich bei entsprechenden Vorkommnissen an die Ethikkommission oder die/den Präventionsbeauftragte/n. Sie respektieren das Recht ihrer SchülerInnen auf Selbstbestimmung und Selbstverantwortung.

a) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Practitioner und SchülerIn:

Vor dem Beginn der gemeinsamen Arbeit informieren die LehrerInnen über die Feldenkrais-Methode, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Sie geben keine Versprechen oder Prognosen über Lernverläufe.

Sie klären darüber auf, dass FELDENKRAIS® Practitioner keine Diagnosen stellen.

Sie legen ihre berufliche Qualifikation offen und bedenken ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Gegebenenfalls verweisen sie auf KollegInnen oder andere Fachleute.

Vereinbarungen über Honorar, Zahlungsweise, Dauer, Absagen oder Versäumnisse sind vor Beginn des regelmäßigen Unterrichts zu treffen.

FELDENKRAIS® Practitioner schlagen vor, das berufliche Verhältnis zu beenden, wenn sie der Ansicht sind, dass SchülerInnen nicht weiter vom Feldenkrais-Unterricht profitieren können. Ebenso respektieren sie deren Absicht, die gemeinsame Arbeit zu beenden.

Sie haben das Recht, einer Person den Unterricht zu verweigern, sollen dies jedoch professionell angemessen und sachlich mitteilen.

FELDENKRAIS® Practitioner, die auch in anderen Gebieten ausgebildet sind, müssen ihre SchülerInnen darüber aufklären und ihr Einverständnis einholen, wenn sie etwas anderes als die Feldenkrais-Methode anwenden möchten.

Für die Arbeit mit Minderjährigen ist das Einverständnis einer/s Erziehungsberechtigten notwendig.

FELDENKRAIS® Practitioner unterliegen der Schweigepflicht über alle Informationen und Daten ihrer SchülerInnen. Nur wenn eine Information notwendig ist, um das Wohl einer Person oder der Allgemeinheit zu schützen, oder wenn eine juristische Anordnung vorliegt, können sie durch die Ethikkommission der Gilde von der Schweigepflicht entbunden werden.

Fotos, Audio- und Videoaufnahmen von SchülerInnen dürfen nur mit deren Zustimmung gemacht werden. Die Veröffentlichung und Verwendung (z.B. für Forschungszwecke) dieses Materials, von Texten oder von Daten bedürfen ebenfalls ihrer Zustimmung.

Körperliche Berührungen und sprachliche Formulierungen im Rahmen der Feldenkrais-Arbeit sind ausschließlich am Wohl der SchülerInnen orientiert. Dazu sollen sie klar und eindeutig und weder invasiv noch korrektiv sein. FELDENKRAIS® Practitioner gehen achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um. Sie respektieren die Intimsphäre und persönlichen Grenzen der Scham. SchülerInnen und LehrerInnen sind während der Arbeit bekleidet. FELDENKRAIS® Practitioner verstehen sich nicht als Belehrende. Sie suchen gemeinsam mit ihren SchülerInnen Wege für deren Lernen und Weiterentwicklung.

FELDENKRAIS® Practitioner missbrauchen ihr berufliches Verhältnis niemals, um einen Schüler oder eine Schülerin, deren Familien oder Freunde auszubeuten, sei es in sexueller, finanzieller, emotionaler oder körperlicher Hinsicht. Das gilt auch für verbale Übergriffe. FELDENKRAIS® Practitioner sollten während der Dauer des geschäftlichen Verhältnisses keine sexuelle Beziehung mit SchülerInnen eingehen.
 FELDENKRAIS® Practitioner schließen eine Berufshaftpflichtversicherung ab.

FELDENKRAIS® Practitioner missbrauchen ihr berufliches Verhältnis niemals, um einen Schüler oder eine Schülerin, deren Familien oder Freunde auszubeuten, sei es in sexueller, finanzieller, emotionaler oder körperlicher Hinsicht. Das gilt auch für verbale Übergriffe. FELDENKRAIS® Practitioner sollten während der Dauer des geschäftlichen Verhältnisses keine sexuelle Beziehung mit SchülerInnen eingehen.

FELDENKRAIS® Practitioner schließen eine Berufshaftpflichtversicherung ab.

b) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Practitioner und KollegInnen:

KollegInnen sind FELDENKRAIS® Practitioner, -AssistentInnen, -TrainerInnen und -StudentInnen.

Feldenkrais-KollegInnen sollen berufliche Meinungsverschiedenheiten untereinander in sachlicher und respektvoller Form austragen. Insbesondere sollen KollegInnen nicht vor Dritten kritisiert werden.

Feldenkrais-KollegInnen sollen sich gegenseitig keine SchülerInnen abwerben. Bei eigenen Werbemaßnahmen sollen sie auf einen fairen Umgang mit KollegInnen achten.

Eine Verbandstätigkeit darf nicht missbraucht werden, um sich einen Vorteil vor KollegInnen zu verschaffen.

Feldenkrais-KollegInnen sollen sich nicht gegenseitig in ihrem persönlichen oder beruflichen Lernprozess und Wachstum einschränken.

c) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Practitioner und Feldenkrais-Verband:

Verband und LehrerInnen verhalten sich einander gegenüber loyal.

Der Verband ist für die in ihm organisierten Feldenkrais-LehrerInnen Ansprechpartnerin in allen Fragen und Zweifelsfällen, die die Berufsausübung betreffen.

Wird gegen einen FELDENKRAIS® Practitioner ein den Beruf betreffendes Strafverfahren eröffnet oder werden Schadensersatzansprüche gestellt, muss der Verband unverzüglich darüber informiert werden.

d) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Practitioner und Öffentlichkeit:

Bei öffentlichen Äußerungen über die Feldenkrais-Methode wie z.B. eigenen Werbebroschüren, Inseraten, Artikeln, Vorträgen oder Ähnlichem sollen FELDENKRAIS® Practitioner bedenken, dass sie dabei nicht nur ihre eigene Arbeit, sondern den ganzen Berufsstand in der Öffentlichkeit darstellen. Entsprechend verantwortungsbewusst sollen sie dabei vorgehen. KollegInnen oder der Verband dürfen durch Inhalt, Namensgebung oder Erscheinungsbild nicht beeinträchtigt werden.

Über Veröffentlichungen, die über die eigene Werbung hinausgehen, ist der Verband anschließend zu informieren. Nach Möglichkeit soll in Veröffentlichungen der Verband erwähnt werden.

e) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Practitioner und anderen Fachleuten.

FELDENKRAIS® Practitioner üben ihre Tätigkeit im Rahmen ihrer beruflichen Kompetenz aus. Wenn die Arbeit es erfordert, suchen sie dabei auch fachliche Kooperation und Austausch mit anderen Fachleuten.

In ihren Unterrichtsangeboten weisen sie darauf hin, dass die Teilnahme der eigenen Weiterentwicklung dient und nicht dazu berechtigt, die Feldenkrais-Methode weiterzugeben, es sei denn, es wird eine vom Feldenkrais-Verband anerkannte Ausbildung angeboten. Das gilt insbesondere dann, wenn Angehörige verwandter Berufe unterrichtet werden.

Über Veröffentlichungen, die über die eigene Werbung hinausgehen, ist der Verband anschließend zu informieren. Nach Möglichkeit soll in Veröffentlichungen der Verband erwähnt werden.

f) Das Verhältnis zwischen FELDENKRAIS® Ausbildern und Auszubildenden

Selbstverständlich gelten die ethischen Richtlinien auch für die Zeit der Ausbildung zum FELDENKRAIS® Practitioner. Hier werden die Grundlagen für die spätere berufliche Tätigkeit gelegt, zu denen neben einer hohen fachlichen Kompetenz auch ein zutiefst respektvoller Umgang mit den Menschen gehört. Von diesem respektvollen Umgang soll auch die Ausbildung geprägt sein.

Die Organisatoren sorgen dafür, dass die Ethischen Richtlinien den Ausbildern und Auszubildenden bekannt sind und achten darauf, dass sie eingehalten werden.

Ausbildende Personen haben eine besondere Verpflichtung, die persönliche Integrität der Auszubildenden umfassend zu achten. Die Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden ist bei aller möglichen Nähe stets professioneller Art. Die Ausbildenden sind sich ihrer besonderen Vertrauens-, Vorbilds- und Autoritätsstellung gegenüber den Auszubildenden bewusst und nutzen diese in keiner Weise aus. Sie bemühen sich jede Art von persönlicher Grenzverletzung zu vermeiden und beziehen aktiv Stellung gegen diskriminierendes, gewalttätiges oder sexistisches Verhalten in Wort oder Tat. Entstandene Abhängigkeiten dürfen nicht in Ausnutzung des Machtgefälles missbraucht werden. Sie sind sich bewusst, dass entsprechende Vorfälle disziplinarische und /oder strafrechtliche Folgen haben.

6. Vorgehensweise bei Konfliktfällen

Unabhängig von einer gerichtlichen Ahndung werden Verstöße gegen die oben stehenden Richtlinien durch die Ethikkommission des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. untersucht. Gegebenenfalls leitet er ein Beschwerdeverfahren ein, das bis zum Ausschluss eines Mitglieds aus dem Verband führen kann. Näheres regelt die Durchführungsverordnung für das Verfahren bei Beschwerden über berufliches Fehlverhalten, die Teil dieser Richtlinien ist.

(Beschluss durch die Mitgliederversammlung am 17.03.2018 in Fulda)

 

VERFAHREN BEI BESCHWERDEN ÜBER BERUFLICHES FEHLVERHALTEN - DURCHFÜHRUNGS­VERORDNUNG (Stand: 01.02.2017)

PRÄAMBEL

Die Ethikkommission und die Einspruchskommission sind ständige und unabhängige Gremien. Die Ethikkommission setzt sich aus einem vom Vorstand nominierten Vorstandsmitglied und zwei von der Mitgliederversammlung des FVD Feldenkrais-Verbandes für die Dauer von 3 Jahren gewählten Mitgliedern zusammen. Die Einspruchskommission setzt sich aus drei weiteren von der Mitgliederversammlung für die Dauer von 3 Jahren gewählten Mitgliedern zusammen. Außerdem nominiert der Vorstand ein Ersatzmitglied und die Mitgliederversammlung wählt ebenfalls für jede Kommission ein Ersatzmitglied. Die Kommissionen bestimmen aus ihren Reihen jeweils eine/n Vorsitzende/n. Wenn ein Mitglied der Ethikkommission oder der Einspruchskommission in persönlicher oder beruflicher Beziehung zum betroffenen Mitglied steht oder stand und sich so ein Interessenkonflikt ergeben kann, so soll dieses Kommissionsmitglied gegenüber dem Gremium seine Befangenheit erklären und am weiteren Vorgang nicht beteiligt werden. Auch die Kommissionsmitglieder haben untereinander die Möglichkeit, die Befangenheit eines Mitglieds zu benennen. Entscheidungen der Ethikkommission und der Einspruchskommission werden mit einfacher Mehrheit der Anwesen- den getroffen. Bei Ablauf der Legislaturperiode während eines laufenden Verfahrens bleibt die Zuständigkeit bis zum Ablauf des Verfahrens in den Händen des alten Gremiums. Eine Beschwerde über berufliches Fehlverhalten kann von KlientInnen, KollegInnen oder Externen vorgebracht werden und muss innerhalb von 2 Jahren nach dem Vorfall beim Vorstand des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. schriftlich eingereicht worden sein. Auch der Vorstand des Verbandes und der/die Vorsitzende der Ethikkommission können auf gleichem Wege ein Beschwerdeverfahren initiieren. In allen Schritten des Verfahrens können die Ethik- oder die Einspruchskommission auf professionelle Hilfe zurück- greifen, insbesondere auch eine/n BeraterIn zu Schlich- tungsgespräch und Anhörung einladen; diese/r ist jedoch nicht stimmberechtigt. Der/die BeschwerdeführerIn sowie das betroffene Mitglied können zu allen Gesprächen eine/n FreundIn/BeraterIn mitbringen, der/die sich auch in der Sache äußern darf, ohne stimmberechtigt zu sein. Anonyme Beschwerden werden weder weitergeleitet noch zu den Akten genommen. Der Vorstand bestätigt gegenüber dem/der BeschwerdeführerIn den Eingang der Beschwerde und übergibt den Fall der Ethikkommission. Zeitgleich informiert der Vorstand auch das betroffene Mitglied über den Eingang der Beschwerde und die weitere Bearbeitung durch die Ethikkommission. Den BeschwerdeführerInnen und den betroffenen Mitgliedern wird größtmögliche Vertraulichkeit zugesichert.

Die Ethikkommission bestimmt aus ihren Reihen eine/n Verantwortliche/n für den jeweils vorgebrachten Fall, der vom/von der BeschwerdeführerIn, dem betroffenen Mitglied und evtl. über weitere Quellen in diskreter und vertraulicher Weise Informationen zur vorliegenden Beschwerde einholt. Auf der Grundlage dieser Informationen entscheidet die Ethikkommission, ob die Beschwerde im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens oder eines Beschwerdeverfahrens weiterbehandelt werden soll.

1. SCHLICHTUNGS­VERFAHREN

Im Rahmen des Schlichtungsverfahrens finden ein oder mehrere Schlichtungsgespräche zwischen Ethikkommission, dem/der BeschwerdeführerIn und dem betroffenen Mitglied statt, um die Beschwerdeangelegenheit einvernehmlich zu regeln. Gelingt dies, so wird dem Vor-stand das Ergebnis mitgeteilt. Hiermit endet das Verfahren.

2. BESCHWERDE­VERFAHREN

Ein Beschwerdeverfahren wird vom Vorstand eingeleitet, wenn
– die Ethikkommission ein Schlichtungsverfahren für unangemessen hält oder
a) es nicht zu einer Schlichtung kommt
b) oder der/die BeschwerdeführerIn oder das betroffene Mitglied dieses im Rahmen der Schlichtungsgespräche fordern.

Liegt dem Vorstand ein Antrag auf Einleitung eines Beschwerdeverfahrens vor, beauftragt er die Ethikkommission mit der weiteren Bearbeitung. Die Ethikkommission lädt mit einer Frist von 28 Tagen den/die BeschwerdeführerIn und das betroffene Mitglied zu einer Anhörung ein. Die Ethikkommission kommt nach ausreichender Anhörung und Beratung zu einer Entscheidung, die einen oder mehrere Punkte des folgenden Maßnahmenkatalogs beinhaltet:

Maßnahmenkatalog

  1.  Entlastung
  2. empfohlene Verhaltensänderung
  3. Verpflichtung zu Weiterbildung oder Supervision
  4. Terminsetzung bei den Punkten 2) und 3)
  5. Aussetzung der Mitgliedschaft auf Zeit
  6. Ausschluss aus dem Berufsverband

Die Entscheidung der Ethikkommission wird dem Vorstand umgehend mitgeteilt, der seinerseits die Parteien unverzüglich unterrichtet. Akzeptieren beide Seiten die Entscheidung, ist das Verfahren beendet. Im Fall der unter Punkt 5) und 6) aufgeführten Maßnahmen werden weltweit alle anderen Feldenkrais-Verbände informiert. Die Angelegenheit wird für beendet erklärt.

Sowohl der/die BeschwerdeführerIn als auch das betroffene Mitglied haben die Möglichkeit, innerhalb von 4 Wochen Einspruch gegen die Entscheidung der Ethikkommission beim Vorstand einzulegen und lösen damit ein Einspruchsverfahren aus.

3. EINSPRUCHS­VERFAHREN

Nach Eingang eines Einspruchs lädt die Einspruchskommission mit einer Frist von 28 Tagen zu einer Anhörung ein, an der neben den Parteien auch der/die Vorsitzende der Ethikkommission ohne Stimmberechtigung teilnimmt.
Die Einspruchskommission fällt nach ausreichender Anhörung und Beratung eine Entscheidung in Verbindung mit einem oder mehreren Punkten des oben genannten Maßnahmenkatalogs. Sie informiert unverzüglich den Vorstand, der beide Parteien und bei den Punkten 5) und 6) des Maßnahmenkatalogs weltweit alle anderen Feldenkrais-Verbände von der Entscheidung unterrichtet. Das Verfahren endet hier.

4. WIEDERAUFNAHME IN DEN VERBAND

Bei ruhender Mitgliedschaft ohne Sanktionen erfolgt die Wiederaufnahme in den Verband automatisch nach Ablauf der gesetzten Frist.
Sind dem ehemaligen Mitglied Auflagen erteilt worden, so muss die Erfüllung derselben dem Vorstand nachgewiesen werden.

verabschiedet durch die FVD Mitgliederversammlung am 18.03.2017 in Fulda

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