Was passiert während einer Feldenkrais-Lektion im Gehirn?

Changes in neural resting state activity in primary and higher-order motor areas induced by a short sensorimotor intervention based on the Feldenkrais method

Julius Verrel, Eilat Almagor, Frank Schumann, Ulman Lindenberger and Simone Kühn

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Mit Hilfe der funktionellen Magnetressonanztomographie lassen sich erhellende Einblicke generieren.
In der Studie von Verrel et al. führte eine erfahrene Feldenkrais-Lehrerin Teile einer Fußbrettlektion an mehreren Personen (10 Männer, 19-30 Jahre) durch.

Die Teilnehmer befanden sich in Rückenlage mit gestreckten Beinen im Scanner, während eine erfahrene Feldenkrais-Lehrerin ein planes Brett benutzte, um verschiedene Teile der Sohle und der Zehen ihres linken Fußes zu berühren und unter zwei Versuchsbedingungen minimale Kraft auf diese Teile auszuüben. In der lokalen Bedingung untersuchte der Praktizierende die Bewegung innerhalb des Fußes und des Knöchels. Im globalen Zustand konzentrierte sich die Feldenkrais-Lehrerin auf die Verbindung und Unterstützung vom Fuß zum Rest des Körpers.

Vor und nach jeder Intervention sollten die Probanden im Liegen mit dem linken Fuß gegen eine Fläche drücken. In Ruhe sowie während und nach dem Drücken wurde die Sauerstoffsättigung im Gehirn hochauflösend in 3D gemessen.
Die Hirnaktivität während des Drückens mit dem linken Fuß unterschied sich nicht signifikant zwischen den Bedingungen in sensomotorischen Bereichen.

Die Aktivität im Ruhezustand (regionale Homogenität, ReHo) erhöhte sich vom baseline-to-post-local im medialen rechten motorischen Kortex und vom baseline-to-post-global im linken ergänzenden/zirkulären motorischen Bereich.

Bei kontrastierender Post-Global-to-post-Lokalisation zeigte sich eine höhere ReHo im rechten lateralen motorischen Kortex. Die Ergebnisse dieser explorativen Studie zeigen, dass eine kurze, nichtinvasive sensomotorische Intervention kurzfristige Auswirkungen auf die spontane kortikale Aktivität in funktionell verwandten Hirnregionen haben kann. Erhöhte Ruhezustandsaktivität in motorischen Bereichen höherer Ordnung unterstützt die Hypothese, dass die globale Intervention handlungsbezogene neuronale Prozesse in Gang setzt.

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