Die Wirksamkeit der Feldenkrais-Methode: Eine systematische Überprüfung der Evidenz

The Effectiveness of the Feldenkrais Method: A Systematic Review of the Evidence

Susan Hillier and Anthea Worley

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Meta-Studie zeigt positiven Effekt der Feldenkrais-Methode auf eine Vielzahl von Symptome bei einer breiten Altersspanne von Teilnehmer*innen.

Die vorliegende Metastudie erweitert ein Review auf Basis einer Arbeit von 2003 durch neue Risk of Bias Assesment Tools und neue Studien.

Aus 1300 Titeln kamen 124 Artikel nach dem Entfernen von Duplikaten oder irrelevanten Titeln in eine engere Auswahl. Dabei wurden Studien von 1991 bis 2014 erfasst.

20 Studien gingen schließlich in die Metaanalyse ein. Eine detaillierte Übersicht im Artikel zeigt den jeweiligen Ausschlussgrund der anderen Studien.

Die verwendeten Studien ließen sich in die Bereiche einteilen:

  1. Geichgewichtstraining bei älteren Menschen ("Balance Training in Aging Populations")
  2. Vertrauen in das eigene Gleichgewicht (Balance Confidence (Falls Efficacy Scale))
  3. Reichweitentest balancierend (Balance Reach Test, Timed up and go test)
  4. Kniesehnenlänge bei gesunden Erwachsenen (Hamstring length in healthy population (knee extension test + visual inspection)
  5. Einzelne Studien

In den 1. Bereich flossen vier Studien ein, wobei drei die Kontrollgruppe ohne Intervention beließen und eine Studie mit anderen Gleichgewichtsschulungen verglich.

Fasst man die Ergebnisse der drei Studien mit Kontrollgruppen ohne Intervention zusammen, zeigt sich eine Verbesserung des Gleichgewichts durch die Feldenkrais-Intervention gegenüber keiner Intervention.

Bei den Studien, welche die Balance Confidence (dt. Vertrauen in die Balance) untersuchten, kommt es zu Verbesserung. Allerdings erreichen diese nicht die Signifikanzschwelle.

Im Bereich des Balance-Reach Tests gibt es hingegen signifikante Verbesserungen nach Feldenkrais-Lektionen. Die Reichweite der Teilnehmer*innen vergrößert sich im Mittel um 6,78cm

Die Ergebnisse aus dem Bereich 4 sind zu heterogen und zeigen keinen Effekt.

Die einzelnen Studien aus dem fünften Bereich zeigten positive Effekte auf die Nackenbeweglichkeit, die wahrgenommene Anstrengung bei Bewegung, Nackenspannung und eine Verringerung der Wahrscheinlichkeit an Nackenschmerzen zu leiden. Menschen mit Multiple Sklerose zeigten eine bessere Balance nach acht Feldenkrais-Lektionen und die Selbstwahrnehmung bei Menschen mit Essstörungen hat sich nach neun Feldenkrais-Stunden verbessert.

Auch gibt es eine Linderung beim Zähneknirschen bei jungen Kindern nach 10 Wochen Feldenkrais-Intervention.

Auch kurzfristige Effekte wurden in gesunden jungen Erwachsenen nach einer Feldenkrais-Stunde gezeigt.

Besonders ältere Menschen profitieren von der Feldenkrais-Methode. Feldenkraisstunden wirken präventiv und helfen Fallangst abzubauen.

Die Autorinnen merken an, dass zwar 14 von 20 detailliert untersuchten Studien positive Effekte zeigen, dass aber auch ein hohes Verzerrungspotential (Risk of Bias) die Ergebnisse teilweise trübt.

Derzeit ist eine Neuauflage der Studie in Arbeit, welche weitere Artikel einbezieht.

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