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Kathryn Hume-Cook als Vertreterin der Practitioner neu in der FVD-Standardkommission: „Ich möchte bei der professionellen Weiterentwicklung der Feldenkrais-Arbeit mitwirken“

Kathryn Hume-Cook

Es geht um die bestmögliche Ausbildung der FELDENKRAIS® Practitioner in Deutschland: Kathryn Hume-Cook (Foto) aus Hamburg wurde im März neu in die Standardkommission des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. gewählt. Dort werden aktuelle Ausbildungsstandards auf ihre Qualität überprüft und weiterentwickelt. In der Standardkommission vertritt die gebürtige Australierin, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und seit gut 20 Jahren als FELDENKRAIS® Practitioner aktiv ist, die Belange der Practitioner. Sie selbst hat ihre Ausbildung bei Mia Segal, der ersten Assistentin von Moshe Feldenkrais, absolviert und schließlich über einen „Crossover“-Prozess die Voraussetzungen als Practitioner nach FVD-Standard erlangt. Wir sprachen mit Kathryn Hume-Cook unter anderem darüber, welche Vorteile ihre persönliche Geschichte bei der neuen Aufgabe bringt, warum die Arbeit der Standardkommission so wichtig ist und welche Schwerpunkte sie sich in ihrer Funktion setzt.

Frau Hume-Cook, wie sind Sie zu Ihrer Position bei der Standardkommission gekommen und mit wem arbeiten Sie dort zusammen? Die professionelle Darstellung unsere Methode war schon lange eine meiner Interessen. Sehr wichtig finde ich auch, dass wir beim FVD an unserer Außendarstellung arbeiten. Als eine Position in der Standardkommission zum Wechsel anstand, fühlte ich mich angesprochen. Ich dachte, dass ich hier produktiv mitwirken könnte. Ich habe mich daraufhin beworben und wurde im Rahmen der letzten Mitgliederversammlung im März bestätigt. Es freut mich sehr, jetzt in der Standardkommission aktiv die Perspektive der Practitioner einzubringen. Mit meinen rund 20 Jahren Erfahrung als Practitioner bringe ich dafür die notwendigen Kompetenzen mit. In dem siebenköpfigen Gremium sitzen weiterhin drei Vertreter der Feldenkrais-Trainer, ein Vertreter der Assistenz-Trainer, ein Vertreter der Trainingsorganisatoren und ein Vorstandsmitglied. Eine neutrale Moderatorin koordiniert die Kommission und achtet zum Beispiel mit darauf, dass alle Perspektiven berücksichtigt werden.


Sie selbst haben nach Ihrer ersten Ausbildung einen Crossover-Prozess zum FELDENKRAIS® Practitioner nach FVD-Standard erfolgreich durchlaufen. Welche Unterschiede stellen Sie in den beiden Ausbildungen rückblickend fest?
Meine erste Ausbildung habe ich komplett bei Mia Segal absolviert, das war eine sehr intensive und fantastische Zeit. Während meiner FVD-Ausbildung später habe ich dagegen mehrere Trainer und Trainerinnen kennengelernt. Diese Menschen unterrichten recht verschieden, ihren jeweiligen persönlichen Stärken entsprechend. Ich habe diese Verschiedenheit als große Bereicherung empfunden.

Warum lohnt sich ein Crossover-Prozess für diejenigen, die keine FVD-Ausbildung gemacht haben?
Der eindeutige Gewinn ist der Lernprozess für die eigene Arbeit. Sicherlich kann man auch seinen Lernprozess selbst gestalten. Es ist aber noch mal superspannend und etwas Anderes, während des Crossovers in die anderen Ausbildungen zu gehen und zu sehen: Wie wird die Ausbildung beim FVD ausgerichtet, in welchen Zusammenhang wird sie gesetzt, was wird betont? Teils war das überraschend, teils auch erleuchtend.

Warum und auf welche Weise werden Standards in der Kommission weiterentwickelt?
Die Standards sind vor vielen Jahren geschaffen worden und die Welt hat sich seitdem stark verändert. Zum Beispiel ändern sich Gesetze wie beim Thema Datenschutz und dementsprechend müssen wir auch unsere Standards anpassen. Dann geht es darum, die oft umständlich formulierten Standards einfacher zu formulieren. Und teilweise reichen die vorhandenen Standards nicht aus: Zum Beispiel hatten wir bisher noch nie ein allgemeingültiges Curriculum für die Ausbildungen. Deswegen hat die Standardkommission in den vergangenen Jahren ein entsprechendes Curriculum geschaffen, das in der Ständigen Verbandskonferenz im Herbst dieses Jahres präsentiert und auf der Mitgliederversammlung im März 2019 verabschiedet werden wird.

Woran haben Sie bisher in Ihrer neuen Kommissionsfunktion gearbeitet?
Gleich im April waren wir in die Sitzung zum dreijährigen Bestehen des Deutschen Training Akkreditation Boards (DTAB) eingebunden. Dort ging es beispielsweise darum, Bilanz zu ziehen. Wir hatten von der Standardkommission auch eine eigene Sitzung, in der wir das Curriculum für die Ausbildung final abgeschlossen haben. In unserer Juli-Sitzung in Fulda haben wir uns mit vielen aktuellen Themen auseinandergesetzt, so zum Beispiel auch mit den ethischen Richtlinien. Hier gibt es auch eine Vernetzung mit der Ethikkommission des FVD. Als Australierin und damit Englischmuttersprachlerin überprüfe ich zudem gerade die Übersetzungen der Training Accreditation Guidelines und gleiche sie mit den englischen Originalen ab, damit die deutsche Version auch international andockt. Die Mitglieder der Standardkommission arbeiten sehr gut miteinander. Ich erlebe die Zusammenarbeit anregend, respektvoll und erfolgreich. Wir haben viele Themen bearbeitet, die in den Protokollen auf der Homepage eingesehen werden können.

Sind Ihrer Meinung nach genügend Menschen da, die die Kommissionsarbeit beim FVD unterstützen?
Das müssen wir differenziert betrachten. Ich war zum Beispiel beeindruckt davon, wie viele Menschen beim DTAB-Meeting dabei waren. Gleichzeitig gibt es aber auch Menschen, die in drei Gremien gleichzeitig sitzen, auch weil es keine anderen Bewerber für die Position gab. Ich habe selbst in der Vergangenheit aktive und passive Phasen gehabt und kann beide Perspektiven verstehen. Mich stört nur, wenn Arbeitsergebnisse trotz immensen ehrenamtlichen Engagements zu sehr kritisiert werden – dann denke ich: Dann arbeite doch selbst mit! Das ist wie in jedem Verein. Ich freue mich aber sehr darüber, dass wir eine gute Gemeinschaft von Aktiven haben.

Was motiviert Sie persönlich an der ehrenamtlichen Arbeit?
Ich arbeite ausschließlich als FELDENKRAIS® Practitioner, ich lebe also davon. Daher habe ich ein großes persönliches Interesse daran, dass dieser Beruf so gut wie möglich anerkannt und professionell nach außen vertreten wird. Ebenso, dass die Ausbildung gut ist und höchstmögliche Standards umgesetzt werden. Ich will, dass wir ein gutes Image in der Welt haben und die Feldenkrais-Arbeit professionell weiterentwickeln. Dafür setzte ich mich auch in der Standardkommission ein.

Foto: privat

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