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FVD-Fortbildungen: „Wir wollen die berufliche Professionalität der Kolleg*innen stärken“

Charlotte Fichtl

Mehr Service für Mitglieder: Der FVD Feldenkrais-Verband Deutschland will in Zukunft verstärkt selbst organisierte Seminare anbieten, um die eigenen Mitglieder besser und noch individueller zu schulen. Vor allem die persönlichen Kompetenzbereiche sollen gestärkt werden. „Durch unsere jüngste Mitgliederbefragung ist uns klar geworden, dass der Bedarf in diesem Bereich deutlich gestiegen ist und wir schnell reagieren müssen“, sagt Charlotte Fichtl (Foto), Mitglied des FVD-Vorstandes. „Zudem wird der FVD einen großen Teil der Kosten tragen.“ Im Interview spricht sie darüber, welche Maßnahmen der Verband nun ergreift, wie die Regionalgruppen eingebunden sind und welche Fortbildungsthemen zum Start angeboten werden.



Frau Fichtl, der Feldenkrais-Verband wird in Zukunft Fortbildungen für seine Mitglieder anbieten. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Die Überlegung hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker entwickelt. Früher sind unsere Mitglieder hauptsächlich zu den Master Classes und Advanced-Seminaren gegangen, um sich dort von erfahrenen Trainern und Practitionern in der Feldenkrais-Methode schulen zu lassen. Zuletzt entstand in den Regionalgruppen aber immer mehr das Bedürfnis nach weiterführenden Fortbildungen von Seiten des Feldenkrais-Verbandes. Auf diese Wünsche gehen wir jetzt ein.

Ist es das erste Mal, dass der Feldenkrais-Verband eigene Fortbildungen für seine Mitglieder anbietet?

Nein, tatsächlich haben wir vor Jahren schon einmal Einführungen in bestimmte Manuals angeboten. Ein Kursleitermanual zur Stressbewältigung auf Basis der Feldenkrais-Methode beispielsweise, zu dem einige Kolleginnen eine zweitägige Fortbildung veranstaltet haben. Irgendwann wurde das Angebot jedoch nicht mehr gebucht. Das gleiche ist mit den Existenzgründungsseminaren passiert, die der FVD angeboten hat – irgendwann wurden sie einfach nicht mehr genutzt. So haben wir die Fortbildungen ein bisschen aus dem Blick verloren.

Und das ist jetzt grundsätzlich anders?

Unsere Mitglieder fragen jetzt wieder verstärkt nach Fortbildungen. Also haben wir mit zwei Pilot-Fortbildungen begonnen, die wir direkt mit der Mitgliederversammlung und der Herbsttagung verbinden konnten. In der anschließenden Feedback-Runde haben die Mitglieder direkt Themen für weitere Fortbildungen vorgeschlagen. Wir haben uns dann für Themengebiete entschieden, zu denen interne Verbandskolleg*innen Fortbildungskompetenzen besitzen.

Für welche Art Fortbildung gibt es unter den Mitgliedern denn einen besonders hohen Bedarf?

Intervisionen sind zum Beispiel wirklich sehr gefragt. Diese können vor allem in den Regional- und Fachgruppen genutzt werden. Unsere Mitglieder tauschen sich über Fallbesprechungen oder Schwierigkeiten mit Klienten aus und manchmal geht es auch um ganz praktische Dinge, zum Beispiel um die Gestaltung und effektive Verteilung von Werbeflyer. Im Gespräch mit Fachkolleg*innen entwickeln unsere Mitglieder dann im Workshop Strategien oder erkennen währenddessen Kompetenzen in einem Feld, die sie bisher gar nicht genutzt haben. Das ist auch ein wichtiges Element der Feldenkrais-Methode: Unerkannte Fähigkeiten bekannt und nutzbar machen.

Lokal oder national – wo genau sollen verstärkt Workshops vom Feldenkrais-Verband angeboten werden?

Vor allem lokal. Wir haben im internen Bereich der FVD-Website bereits vier mögliche Fortbildungsangebote hinterlegt: „My potent Self“, „Intervision für Regional- und Fachgruppen“, „Vom Feldenkrais Practitioner zum Feldenkrais-Unternehmer“ und die „Sensibilisierungsschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt“. Online finden Interessierte auch eine kurze Beschreibung der Kolleg*innen, die die Fortbildungen anbieten.

Warum haben die Themen der Fortbildungen weniger mit der Feldenkrais-Methode selbst zu tun?

Wir wollen mit unseren neuen Angeboten auf keinen Fall zusätzliche Fortbildungen zur Feldenkrais-Methode machen. Es geht uns vielmehr darum, dass unsere Mitglieder ein besseres Verständnis für ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln. Sie sollen sich auf dieser Basis aktiv fragen können, wodurch sie ihre Stärken unterstützen können. Dieses Wissen wollen wir als Handwerkszeug vermitteln. Wir wollen die berufliche Professionalität der Kolleg*innen mit unseren Fortbildungen stärken.

Wie läuft die Anmeldung und Organisation genau ab?

Wer als Teilnehmer Interesse an den Themen hat, kann sich direkt bei der eigenen Regional- oder Fachgruppe melden. Zu jeder Fortbildung haben wir online ein Merkblatt hinterlegt, auf dem alle wichtigen Informationen für die Gruppen vermerkt sind. Die Verantwortlichen der einzelnen Gruppen können dann wiederum autonom mit den Referent*innen Ort und Zeit der Fortbildung festlegen. Auch die Werbung für die Veranstaltung wird ausschließlich regional koordiniert. Die Gruppenleiter müssen die Fortbildung zudem in der FVD-Geschäftsstelle bei Karin Kohler anmelden. Sie begleitet den weiteren Prozess und nimmt nach der Fortbildung die Feedback-Bögen der Teilnehmer entgegen. Das ist besonders wichtig, damit wir und die Referent*innen genau wissen, was gut ankommt oder was noch verändert werden muss.

Wer trägt die Kosten für die Fortbildungen – die Regionalgruppen oder die Mitglieder?

Der Feldenkrais-Verband hat für dieses Jahr ein festes Budget eingeplant, mit dem die Veranstaltungen finanziell unterstützt werden. In jedem Fall übernimmt der FVD die Reise- und Übernachtungskosten der Referent*innen. Bei einigen Angeboten werden die gesamten Kosten bis auf die Raumkosten übernommen bei anderen zahlen die teilnehmenden Kolleg*innen das Honorar für die Seminarleitung. Bei jedem Fortbildungsangebot sind die genauen Konditionen beschrieben.

Wie können die Fortbildungen auch für die Zertifizierungsverlängerung genutzt werden?

Das geht natürlich problemlos. Die Teilnahmebestätigungen werden von der Geschäftsstelle nach der Fortbildung verschickt und sind für die Zertifizierungsverlängerung als Stundennachweis komplett nutzbar.

Verraten Sie Ihren Mitgliedern zum Abschluss noch eins: Warum lohnt sich eine Teilnahme an den Fortbildungen für die Regional- und Fachgruppen unbedingt?

Jede*r Fortbildungsteilnehmer*in wird sich anschließend seiner persönlichen Kompetenzen bewusster sein und sich damit auch in seiner eigenen Beruflichkeit noch einmal viel sicherer fühlen. Dabei ist es ganz egal, in welchem Stundenumfang er Feldenkrais anbietet. Durch die Intervisionen versprechen wir uns außerdem noch ein stärkeres Gruppengefühl und engeres Netzwerk in den Regionalgruppen. Wer gemeinsam Probleme löst, findet sicherlich zwei oder drei Kolleg*innen, mit denen er/sie sich auch in Zukunft immer wieder austauscht. Ja, es steht tatsächlich einfach die Beruflichkeit im Vordergrund. Sich mit ihr auseinanderzusetzen und sich darin sicher zu fühlen, das ist unser Ziel.


Hier geht es zu den Fortbildungsangeboten des FVD.

Foto: privat