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FVD-Jahrestagung: „Auch für Nichtsportler interessant und wichtig“

Dr. Frank Höfer und Bernhard Westermeier
Dr. Frank Höfer und Bernhard Westermeier

Sport, Spiel, FELDENKRAIS®: Unter diesem Motto liefen die Vorbereitungen zur Feldenkrais-Jahrestagung in Regensburg. Als Organisator hatte die FVD-Fachgruppe Sport für den 28. und 29. September ein umfassendes Tagungsprogramm mit hochkarätigen Vorträgen, Workshops und ATM-Sessions zusammengestellt. Im Interview sprechen die beiden Gruppenvertreter Dr. Frank Höfer aus München und Bernhard Westermeier aus Sinzing bei Regensburg über die Umsetzung des Kongress-Mottos, sportliche Programmpunkte für Teilnehmer und ihre ganz persönlichen Tagungshöhepunkte.

Herr Dr. Höfer, das Thema der FVD-Jahrestagung ist „Sport. Spiel. FELDENKRAIS®“. Worum geht es dabei im Einzelnen?

Höfer: Bei der Tagung setzen wir uns konkret mit der Frage auseinander, wie sich Sport und FELDENKRAIS® miteinander vertragen. Das heißt, wir schauen, ob und wie sich beide Bereiche gegenseitig befruchten können – und nicht etwa einander ausschließen. Moshé Feldenkrais hat sich als Physiker und Judokämpfer Zeit seines Lebens mit der Frage befasst, wie der Mensch Bewegung nutzen kann, um seine Handlungen effizient zu gestalten. Bewegungsabläufe wahrzunehmen, zu erkunden, zu variieren, sich selbst dabei besser zu verstehen. Dieses Vorgehen nannte er Bewusstheit durch Bewegung.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang, Handlungen effizient zu gestalten?

Westermeier: Effizient heißt: Die – sportliche – Bewegung wird mit ökonomischem Krafteinsatz durchgeführt, sie ist koordiniert und geschmeidig. Wer also auf seinen Körper hört, wird sein sportliches Ziel mit weniger Anstrengung, angenehmer und effizienter erreichen. Diese Zusammenhänge treffen auch auf andere Tätigkeiten als Sport zu.

Das bedeutet aber, dass sich die Teilnehmer der Jahrestagung in Regensburg auch sportlich betätigen müssen?

Höfer: Es ist überhaupt nicht notwendig, sich sportlich zu betätigen. Die FELDENKRAIS® Practitioner können sich mit zahlreichen Sportarten vertraut machen – sei es, dass sie etwas ausprobieren, sei es, dass sie auch nur zuschauen, was andere tun. Wie wäre es zum Beispiel, sein Gleichgewichtsgefühl auf einer Slackline – das ist ein elastisches Band, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist – zu testen? Die Unterstützung durch eine betreuende Person ist natürlich gewährleistet.

Westermeier: Gutes Gleichgewicht ist überall wichtig, nicht nur im Sport. Letztendlich eignet sich Feldenkrais für alle Lebensbereiche. In Regensburg wollen wir aufzeigen, dass die Feldenkraismethode auch und gerade für Sportler interessant sein kann. Aber auch umgekehrt: FELDENKRAIS® Practitioner, die nicht Sport treiben, können Sportler besser verstehen und ihnen Unterstützung anbieten, wenn sie sich mit deren Sportarten auseinandersetzen. Somit ist die Veranstaltung auch für Nichtsportler interessant und wichtig. Wir arbeiten ja auch mit Musikern, ohne selber deren Instrument zu spielen. Es kann jeder auf die eigene Weise mitmachen, zuschauen, Bewegungsstudien für sich anstellen

Auf welche Höhepunkte können wir uns schon jetzt freuen?

Höfer: Die Tagung hat drei Schwerpunkte, das sind für mich auch gleichzeitig die Höhepunkte. Am Abend des ersten Veranstaltungstages legen drei ausgewiesene Experten das theoretische Fundament für die Jahrestagung. Auf deren Beiträge freue ich mich ganz besonders. Daneben gibt es tagsüber zahlreiche Workshops, zum Beispiel fürs Bouldern oder für Ballsportarten. Mit im Programm stehen auch sportrelevante, einstündige ATMs. Das ganz Besondere an der diesjährigen Jahrestagung, und deshalb für mich auch ein Höhepunkt, sind die verschiedenen Sportstationen. Hier können die Teilnehmer zahlreiche Sportarten ausprobieren, die Bewegungsabläufe von anderen beobachten und sich durch Gespräche mit den Kollegen über die Eigenheiten dieser Sportart unterhalten. Dabei lässt sich gleichzeitig sehr viel über Bewegung erfahren und lernen.

Westermeier: Das Programm der Jahrestagung in Regensburg spiegelt natürlich auch wider, wofür wir uns als Fachgruppe Sport seit vielen Jahren einsetzen: Sportarten besser zu begreifen heißt auch, sich selbst besser begreifen zu können. Dazu wollen wir informieren und motivieren. Zudem kann das Arbeiten mit Menschen, die sich sportlich betätigen, für die Kolleginnen und Kollegen auch ein neu zu erschließendes Arbeitsfeld sein. Deshalb freue ich mich auf den spannenden Austausch mit Interessierten bei der Feldenkrais-Jahrestagung in Regensburg.

Die FVD-Jahrestagung fand am 28. und 29. September im Sportzentrum der Universität Regensburg statt. Das Tagungsprogramm war vollgepackt mit zahlreichen Vorträgen, Workshops und ATM-Sessions. Die Teilnahme gilt auch als Fortbildungsnachweis für die Zertifizierung.

In Kürze stellen wir an dieser Stelle auch einen Nachbericht zur Verfügung.

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