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Feldenkraisforum Ausgabe 103

Cover der Ausgabe 103 des Feldekraisforums

Ein System, dass unser Leben bereichert und trotzdem von jedem Menschen individuell interpretiert werden kann – das ist der Grundgedanke der Feldenkrais-Methode, so wie sie von Moshé Feldenkrais ursprünglich entwickelt wurde. Und die aktuelle Ausgabe unserer neuen Verbandszeitschrift (auch für Nichtmitglieder in unserem Shop erhältlich) zeigt wieder einmal, dass Feldenkrais genau das tut: Es verbindet unterschiedliche Menschen. Karin Paschinger nennt im Gespräch Wege, die aus dem Trauma führen können und Cornelia Berens schreibt über Bewegung als Quelle des Gleichgewichts.

Darüber hinaus lesen Sie: Eine Rezension zu Claus Bühlers Buch „In Bewegung“, den Lektüretipp „Zwischenleiblichkeit und bewegtes Verstehen“ sowie ein Interview mit Andrew Lutz, Feldenkrais-Pädagoge aus München, und seine Erkenntnisse über den Einfluss des Kiefergelenks auf unser Wohlbefinden.

Lesen Sie hier das Feldenkraisforum-Editorial:

Vielfalt ist Programm

das Fundament der Methode

1972 unterrichtete Moshé Feldenkrais in Esalen seinen ersten Workshop in den USA. Esalen war damals so etwas wie der Nabel der Welt für alle, die sich der Suche nach Wegen zur Weiterentwicklung des Menschen verschrieben hatten. Der Workshop ging über fünfeinhalb Wochen und am Ende autorisierte Feldenkrais die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Awareness through Movement zu unterrichten. Eine davon war die Alexander-Lehrerin Judith Stransky, die vielen KollegInnen als Autorin der nach ihr benannten Stransky Notes bekannt sein wird. Sie erstellte während des Workshops Transkriptionen von 43 der insgesamt 46 Lektionen. Seit bald zwei Jahren kann man nun Audioaufnahmen aller 46 Lektionen erwerben und sich anhören, wie Moshé damals unterrichtete.

Leider beginnen die Stransky Notes erst bei der zweiten Lektion, Scanning and General Remarks (bei Stransky die Nr. 1 und nur Scanning genannt).

Die tatsächlich erste Lektion trägt den ganz ähnlichen Titel Introduction and General Remarks und in ihr wollte Moshé Feldenkrais die grundlegenden Begriffe und Bausteine seiner Methode erläutern. Etwa zwanzig Minuten nach Beginn weist er das erste Mal auf eine fundamentale Eigenschaft seiner Methode hin:1

„Ich habe mein System mit Absicht so entwickelt, dass jede Art von Verbesserung, jede Idee, jede Technik darin ihren Platz finden kann. Es ist ein allgemeingültiges, universelles System, das eigentlich gar nichts mit mir zu tun hat, es ist Ihr System so gut wie meines. Es ist lediglich meine Interpretation dieses universellen menschlichen Systems.“

Ausgehend von diesem Gedanken präsentiert er die nächsten 45 Minuten viele weitere Überlegungen und Denkanstöße, die er mit vielen Beispielen und Ergebnissen von Studien unterfüttert. Doch dann, als mir als Zuhörer schon der Kopf schwirrt, kommt er noch einmal auf das Ziel seines Systems zurück:

„Ich glaube, dass Sie sich am Ende als fähiger und befähigter erleben werden, um Ihr Leben produktiver, reichhaltiger fortzuführen und in Ihrem System, Ihrer Technik, Ihrer Methode weiterzumachen, was immer Sie tun mögen. Mein System ist nur ein Hilfsmittel für alle, die die zufällig gebildeten Verschaltungen [in Ihrem Gehirn] so ändern und verbessern möchten, dass diese mehr ihrem tatsächlichen Potenzial entsprechen. Das ist alles, das ist meine Methode.“

Diese Passagen fielen mir wieder ein, als wir die Artikel für dieses Heft zusammenstellten und ich mir überlegte, ob und wie sie vielleicht miteinander verbunden sind. Ich finde, die sehr vielfältigen Arten wie Karin Paschinger, Delphine Hélix, Andrew Lutz oder Christina Petersen die Methode in ihren jeweiligen Berufsfeldern einsetzen, zeigen sehr eindrücklich, dass es Moshé Feldenkrais tatsächlich gelungen ist, seine Methode als ein universelles, zutiefst menschliches Hilfsmittel zur Entwicklung von Potenzialen zu formen. Mit einem universellen, menschlichen System.
Ihr / Euer
Claus-Jürgen Kocka

1 Adaption und Übersetzung C.-J. Kocka

Korrektur: In einer vorherigen Version dieses Beitrags wurden irrtümlich zwei Beiträge angekündigt, die jedoch nicht in der aktuellen Ausgabe des Feldenkraisforums enthalten sind.

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