Grundlage der Feldenkrais-Arbeit ist ein tiefes Verständnis der menschlichen Lernprozesse. An der Basis, und wichtig das ganze Leben lang, steht das sogenannte organische Lernen. Damit lernen wir stehen und verstehen, gehen und sprechen, unterscheiden und uns ausdrücken, unsere Hände gebrauchen und vieles mehr.

Organisches Lernen wird sichtbar, wenn wir Kinder beobachten, wie sie ihre Möglichkeiten und Grenzen ausloten und die Welt kennen lernen. Sie entdecken die verschiedensten Arten der Fortbewegung, – sie rutschen, robben, kriechen und krabbeln, ohne dass ihnen das irgend jemand vormacht. Sie sind Meister ihres eigenen Lernprozesses und schöpfen ihre Motivation aus der tiefen Befriedigung, die sie beim Entdecken eigener Lösungen empfinden.

Können Sie sich erinnern, wie Sie Fahrrad fahren oder schwimmen gelernt haben? Auch das war organisches Lernen!

Feldenkrais ist wahrscheinlich die einzige Lernmethode, die sich systematisch mit dieser Art des Lernens befasst. Damit können wir die Grundlagen unseres Denkens, Fühlens, Wahrnehmens und Handelns erreichen, und unser Potenzial erweitern.

Die Art und Weise, wie wir das Thema Lernen angehen, ist sehr „unakademisch" – wir nutzen Bewegung als Medium.

 

Warum sich bewegen um zu lernen?

Die Entwicklung vom abhängigen Baby zum selbstständigen Erwachsenen ist ein Lernprozess, in dem Berührung und Bewegung von entscheidender Bedeutung sind. Berührung und Bewegung bilden den Kern der Feldenkrais-Methode. Alle Aspekte menschlichen Erlebens und Handelns fließen darin zusammen: in seinem Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln ist die gesamte Persönlichkeit eines Menschen versammelt. Die sinnliche Erfahrung der Bewegung, das Lernen am eigenen Leib, steht im Zentrum der Feldenkrais Praxis.

„Wer keine Fehler macht, kann auch nicht lernen." (Moshé Feldenkrais)

„ Lernen ist üben, ohne zu wiederholen“ (Nikolai Bernstein, Neurophysiologe)