Jahrestagung 2014

des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. vom 13. bis 16. März 2014
im Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11, 20148 Hamburg

Programmheft "Wandel gestalten - Strukturen folgen Funktionen"

Bei der 11. Jahrestagung des FVD Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. vom 13. bis 16. März 2014 haben wir den Blick auf unsere Methode gerichtet unter Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen Strukturen und Funktionen.


Jeder Wandel erfordert zwangsläufig die Änderung der Strukturen eines Systems: Alte Bindungen und Konstellationen, die nicht mehr förderlich sind, werden gelockert. Es stellt sich eine Phase der Verunsicherung ein, in der die Elemente eines Systems neue Assoziationen, neue Bindungen eingehen können und möglicherweise auch neue Elemente in das System aufnehmen. Dabei folgt das System einem Ordnungssinn, der eng verknüpft ist mit (neuen) Bedürfnissen, Absichten oder Erfordernissen. Es folgt einer Funktion. Je genauer wir diese Korrelation zwischen Struktur und Funktion verstehen, desto bewußter können wir Wandlungsprozesse gestalten.

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Der Gedanke von Moshé Feldenkrais, dass Strukturen den Funktionen folgen, gehört zum Kern des methodischen Gedankenguts der Feldenkrais-Methode. Auch die modernen Neurowissenschaften belegen, dass die Gehirnstrukturen sich in Abhängigkeit von den Funktionen bilden. Aber auch die Frage, wie Strukturen Funktionen ermöglichen bzw. begrenzen ist interessant.

Dieses Wechselspiel zwischen Funktionen und Strukturen ist in der täglichen Arbeit mit Schülern und Klienten, in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung sowie in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen stets präsent.

In eigenen Wachstumsprozessen erfahren wir, wie unsere Wünsche, Sehnsüchte, Ideen und Ziele unser Leben umstrukturieren können, aber auch wie Körperstrukturen, z.B. unser anatomischer Körperbau, Bewegungen determinieren und wie unsere Denkstrukturen unsere Wahrnehmung prägen. In der täglichen Arbeit mit FELDENKRAIS® sind wir bemüht, den Bedürfnissen der Klienten und den feinen Veränderungen der Körper- und Handlungsstrukturen aufmerksam zu lauschen. Es entstehen immer wieder Fragen wie z.B.: An welchem Punkt des Prozesses sind wir angelangt? Wo will ich hin? Wie weit können die Körperstrukturen folgen? Wie kann ich das Setting verändern, um es an den momentanen Stand des Lernprozesses anzupassen?

Überdies weisen Feldenkrais-Lektionen Strukturen auf, die es ermöglichen, ganz spezifische Erfahrungen zu machen.

Auf der Ebene unseres Verbandes vollziehen wir gerade einen Strukturwandel mit dem Ziel, den veränderten und gewachsenen gesellschaftlichen Erfordernissen gerecht zu werden und den Weg zu mehr Professionalisierung unserer Mitglieder zu ebnen. Seit 2012 ist eine Strukturkommission mit der Modernisierung unserer Verbandsstrukturen beschäftigt, und ebenfalls seit 2012 führt der FVD ein Projekt zur Architektur einer nationalen Akkreditierung unserer Ausbildungen durch. Diese Wandlungsprozesse wollen wir in der Tagung weiterentwickeln, indem wir auch hier den Kerngedanken unserer Methode ins Zentrum stellen.

Wir haben sowohl ReferentenInnen aus den eigenen Reihen, als auch aus anderen Disziplinen wie z.B. Wissenschaften, Kunst, Architektur und Sport für das Programm eingeladen.

Das Programm für die FVD Jahrestagung 2014 wurde  - in Absprache mit dem Lenkungsausschuss - vom Programmbeirat gestaltet.

Dragana Cukavac, Corinna Eikmeier, Charlotte Rehbock-Walter, Heidje Duhme und Ulla Wietheger bedanken sich an dieser Stelle für die abwechslungsreichen und interessanten Beitragsangebote.