ZUM AUFTAKT
„Die Entdeckung des starken Selbst“ Zu Beginn sollen zwei Referenten zu Wort kommen, die den Begriff „Das starke Selbst“ von den denkbar weitest entfernten Polen her beleuchten. Dabei geht es im Vortrag des Erziehungswissenschaftlers Prof. Praschak um schwer behinderte Kinder, im zweiten Vortrag von Moti Nativ um Kampfsportler. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden die Vortragenden sowie weitere Experten aus unterschiedlichen Disziplinen darüber sprechen, was es bedeutet, sich dem Zustand des „starken Selbst“ zu nähern und wie mannigfaltig dieser sich im Leben zeigen kann.
DO 19.00–21.00 UHR
Prof. Dr. Praschak: Die Bedeutung der Sensumotorischen Kooperation für die Entwicklung des kindlichen Selbst
Es ist a priori unnütz, eine Refl exion über die Entwicklung des Selbst anzustellen, ohne diese an die Strukturen und Funktionen des lebendigen Körpers zu binden. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass der Säugling nur dann fühlen, begreifen und begehren kann, wenn er in Zusammenarbeit eingebunden ist, in der er in gegenseitiger Verständigung erfährt, dass er seine Lebenswelt beeinfl ussen kann. Diese Beeinfl ussung gründet in den sensumotorischen Handlungen, die eine nie versiegende Quelle darstellen, über die das Kind die Entwicklung seiner Persönlichkeit mannigfaltig und eigenständig mitgestalten und mitbestimmen kann. Das gilt auch dann, wenn diese Welt- und Selbstbegegnung aufgrund einer hirnorganischen Schädigung deutlich erschwert und eingeschränkt sein sollte. Denn auch unter dieser Bedingung kann es in „Sensumotorischer Kooperation“ und auf der Grundlage „tonischer Dialoge“ ein immer stärker werdendes Selbst entfalten, mit dem es seine Weltbegegnung differenzieren und in einer einzigartigen Weise beeinfl ussen kann.
Prof. Dr. Wolfgang Praschak, Professor für Erziehungswissenschaft im Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Behindertenpädagogik, frühkindliche Entwicklungsstörungen, Körperarbeit in pädagogischen Prozessen, Bewegungstherapie u.a.
Moti Nativ: Die Wurzeln des „Starken Selbst“ Moshé Feldenkrais begann seine Laufbahn als Kampfkünstler mit seinen Aktivitäten in den Jüdischen Verteidigungseinheiten (1925–1930). Im Alter von 27 Jahren veröffentlichte er seine Kampferfahrungen in seinem Buch Jujitsu und Selbstverteidigung (1931). Das war der bedeutende Meilenstein, welcher in Paris zu Moshés faszinierendem Treffen mit dem japanischen Professor Jigoro Kano führte, dem Begründer des Judo (1933). Die Beschäftigung mit diesem Teil von Moshés Biografi e bewog Moti Nativ, dessen Kampftechniken zu erforschen. Er war überrascht, als er herausfand, dass Moshé bereits in dieser frühen Zeit über fortgeschrittene Prinzipien schrieb wie ein Meister der Kampfkünste. Und zur selben Zeit legte er bereits die Grundlagen zur Entwicklung der Feldenkrais-Methode.
Podiumsdiskussion Moderation: Uta Ruge Teilnehmer auf dem Podium:
- Prof. Dr. Wolfgang Praschak, Erziehungswissenschaftler
- Moti Nativ, Kampfsportler, Feldenkrais-Practitioner
- Corinna Eikmeier, Musikerin, Feldenkrais-Practitioner
- Dr. Christian Gottwald, Facharzt für psychosomatische Medizin und
Psychotherapie-Psychoanalyse, FA für Nervenheilkunde, Gestalt-Therapeut, Lehrtherapeut des Hakomi-Instituts
- Martin Woznica, Maschinenbauingenieur, Feldenkrais-Practitioner, Yogalehrer
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