Leitbild für den Feldenkrais-Verband Deutschland e.V.
Verband, Mitgliedschaft und internationale Verbindungen
Der Feldenkrais-Verband Deutschland e.V. FVD) ist die größte Vereinigung von Feldenkrais-LehrerInnen in Deutschland.
Der FVD ist Teil einer internationalen Gemeinschaft von Feldenkrais-LehrerInnen und ihren Organisationen.
Mitglied des FVD können Feldenkrais-LehrerInnen sein, die die Satzung, die ethischen Richtlinien und das Leitbild des FVD anerkennen und unterstützen.
Selbstverständnis des Verbandes und seiner Mitglieder
Mitglieder des FVD sind ExpertInnen in der Gestaltung von Lernprozessen durch Bewe-gung. Sie sehen sich und ihre Arbeit im Kontext einer Wissensgesellschaft, in der die Fähigkeit zum Lernen für alle Menschen jeder Alterstufe von immer größerer Bedeutung ist. Sie begreifen Lernen als einen lebenslangen Prozess stetiger Auseinandersetzung mit einer sich wandelnden Welt und deren aktiver Mitgestaltung.
Feldenkrais-LehrerInnen gehen vom individuellen Anliegen ihrer KlientInnen aus. Gemeinsam mit ihnen erkunden sie angemessene Bewegungs- und Handlungsspielräume. Dies bedeutet, vorhandene Bewegungsabläufe wahrnehmbar zu machen und zu modifizieren. Sie nutzen dafür ihre Kenntnisse über effiziente Bewegungsabläufe, Bewegungsentwicklung und die Beziehung zwischen Selbstbild und Bewegungsdynamik.
Grundlage ihrer Arbeitsweise ist die Annahme, dass der Mensch nahezu unbegrenzt lernfähig ist, wie es die modernen Kognitionswissenschaften zunehmend bestätigen. Es wird davon ausgegangen, dass sich Handlungs- und Kommunikationsmuster in Bewegungsmustern spiegeln, wie es die moderne Gehirnforschung belegt.
Mitglieder des FVD praktizieren die Methode in pädagogischen, therapeutischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeitsfeldern. Von der Praxis der Feldenkrais-Methode kann profitieren, wer
- im Alltag sein persönliches Wohlergehen verbessern möchte,
- unter Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit leidet oder unter neurologischen Störungen,
- hohe Anforderungen an die eigenen Bewegungsqualitäten stellt, z. B. MusikerInnen, TänzerInnen, SportlerInnen, SängerInnen, SchauspielerInnen,
- professionell oder persönlich mit Anleitung, Unterricht und Lehre befasst ist und sowohl Lernfähigkeit als auch soziale Kompetenz der ihm Anvertrauten fördert,
- mit Führungs- und Kommunikationsaufgaben sowie Konfliktmanagement betraut ist (beispielsweise ManagerInnen, MentorInnen, SupervisorInnen),
Professionelle Standards und Ausbildung
Mitglieder des FVD sind nach festgelegten internationalen Standards ausgebildet und den ethischen Richtlinien des FVD verpflichtet. Die Qualität ihrer Arbeit wird durch regelmäßige Fortbildungen und Zertifizierung dokumentiert.Der FVD setzt Qualitätsstandards für die Aus- und Weiterbildung in der Feldenkrais-Methode, sichert sie und entwickelt sie weiter.
Der FVD versteht die besonderen fachlichen Interessen und Erfahrungen seiner Mitglieder in der Anwendung der Feldenkrais-Methode als ein besonderes Potenzial. Er pflegt und fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit seiner Mitglieder und tritt ein für eine Kultur des miteinander und voneinander Lernens.
Interne und externe Kommunikation und Kooperation
Der FVD berücksichtigt die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen seiner ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter. Er fördert teamorientiertes Arbeiten, einen partnerschaftlichen Umgang miteinander und lösungsorientiertes Handeln.
Der FVD vertritt die Interessen ihrer seiner Mitglieder nach außen und arbeitet zu diesem Zweck mit Verbänden, Behörden, Bildungseinrichtungen und Institutionen zusammen. Er macht es sich zur Aufgabe, das breite Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten der Feldenkrais-Methode darzulegen.
Der FVD versteht sich als der Ansprechpartner/in für die Fachöffentlichkeit und Medien zur Feldenkrais-Methode.
Der FVD pflegt den europäischen und internationalen Dialog zu Forschung und Weiterentwicklung von Praxis und Ausbildung.
Der FVD fördert den Dialog mit WissenschaftlerInnen zur Grundlagen- und Wirksamkeits-forschung, sowie den Austausch mit anderen Wissenskulturen.
Es ist sein Bestreben an der Umsetzung eines erweiterten Gesundheits- und Bildungsbegriffs mitzuwirken und damit aktiv an der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung teilzunehmen.
Stuttgart, den 11. März 2006
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